Rot, schwarz, glatt, wellig oder in unzähligen Löckchen geringelt: Weltweit gibt es ganz unterschiedliche Haarformen, die der ethnischen Herkunft ihrer Besitzer entsprechen. Europäisches Haar zeigt zumeist mittlere bis dunklere Blond- und Brauntöne und fällt gern wellig oder gelockt. Das Haar der Asiaten hingegen ist zumeist tiefschwarz und glatt. Doch so unterschiedlich die verschiedenen Haartypen auch anmuten – in ihrem Wachstumsverhalten sind alle Haare gleich.

Das Haarwachstum

Haarwachstum verläuft zyklisch und zeigt verschiedene Stadien, die sich immer wiederholen. Man unterscheidet dabei die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase. Die Wachstumsphase dauert zwischen zwei und sechs Jahren. Beinahe 90 Prozent aller Haare eines Menschen sind stetig im Wachstum begriffen. Dabei beträgt das monatliche Haarwachstum circa einen Zentimeter.

Nach der Wachstumsphase treten die Haare in die Übergangsphase ein. Diese dauert circa zwei Wochen und ist dadurch gekennzeichnet, dass das Haar von der Wurzel abgestoßen wird. Zudem drückt der Haarfollikel das Haar in Richtung Kopfhaut. Dies betrifft circa ein Prozent der Haare eines Menschen.

Im Anschluss an die Übergangsphase beginnt die Ruhephase. Nun vollständig von der Haarwurzel getrennt, wird das Haar nicht mehr mit Nahrung versorgt. Nach drei bis vier Monaten schließlich fällt das Haar aus. Hiervon sind permanent etwa 10 bis 20 Prozent der Haare betroffen. Die gesamte „Lebensdauer“ eines Haares beträgt etwa zwei bis sechs Jahre. Nach dem Ausfallen des Haares zieht sich der Haarfollikel in tiefere Kopfhautschichten zurück, wo schließlich das Haarwachstum erneut beginnt.

Im Gegensatz zum Tierhaar, das saisonbedingt wächst oder ausfällt, wachsen Menschenhaare das ganze Jahr hindurch. Die weitverbreitete Meinung, dass häufiges Rasieren oder Schneiden die Haare schneller wachsen lässt, trifft allerdings nicht zu.

Arten von Haaren

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Arten von Haaren: Flaumhaar (Lanugohaar), Wollhaar (Vellushaar) und Haupthaar (Terminalhaar).

Flaumhaar ist an seiner dünnen und feinen Struktur zu erkennen, die dadurch zustande kommt, dass der Haarschaft weder Mark noch Pigmente enthält. Flaumhaar ist auf Babyhaut zu finden.

Der Begriff Wollhaar umfasst alle kurzen, dünnen, mark- und pigmentfreien Haare, die nicht auf der Kopfhaut wachsen beziehungsweise zum Haupthaar gehören.

Beim sogenannten Haupthaar handelt es sich um kräftige, pigmentierte Haare. Neben dem eigentlichen Kopfhaar zählen hierzu auch Arm- und Beinhaare, Barthaare und das Schamhaar.

Krankheiten des Haares

Selbst Haare werden manchmal krank. Neben Umwelteinflüssen und hormonellen Gegebenheiten können dabei auch genetische Faktoren eine Rolle spielen. Zu den bekanntesten Haar-Erkrankungen zählen Haarausfall (Alopezie), Überbehaarung, Haarmangel oder männliches Haarwachstum bei Frauen sowie brüchige Haare und Farblosigkeit. Auch Tumoren der Haarfollikel sind möglich.