Tipps gegen Haarausfall: Was hilft beim Haarverlust?

Früher oder später kommt bei jedem Menschen der Moment, in dem er im Spiegel eine Veränderung wahrnimmt. Nicht nur die Haut und die Gesichtszüge verändern sich, sondern auch die Haarfülle. Bei Männern entstehen häufig zuerst Geheimratsecken, bei Frauen wird der Scheitel breiter und allgemein nimmt die Fülle der Haare ab. Gibt es eine erbliche Vorbelastung, dann kann der Haarausfall sogar schon mit Anfang 20 beginnen.

Tipps gegen Haarausfall | Stress als Auslöser für Haarausfall | Digitalarbeiter hält sich verzweifelt den Kopf vor dem Laptop
Haarausfall kann verschiedenste ungeahnte Auslöser haben, wie z.B. konstanter Stress. Ist man sich dieser Faktoren erstmal bewusst, lassen sich aber gut vermeiden. © Pixabay

Haarausfall ist ein kosmetisches Problem, unter dem viele Betroffene sehr leiden. Sie versuchen zuerst, den Haarausfall zu kaschieren und suchen dann nach Lösungen, ihn zu stoppen. Wir haben Tipps gegen den Haarverlust gesammelt und prüfen, welche davon wirklich Erfolg versprechen.

Wann ist Haarausfall bedenklich?

Jedes Haar durchläuft einen Zyklus aus Wachstum, Ruhephase und Verlust. Fällt ein Haar aus, dann wächst aus der gesunden Haarwurzel ein neues Haar nach. Jeder Mensch verliert durchschnittlich zwischen 60 und 100 Haaren am Tag. Die Menge kann jahreszeitlich bedingt schwanken. Zum Frühjahr und zum Herbst bemerken viele verstärkten Haarausfall. Dies ist genetisch bedingt, da die Menschen früher wie die Tiere mit Fell bedeckt waren und dieses in seiner Dichte und Fülle der jeweiligen Jahreszeit angepasst werden musste. Bedenklich wird der Ausfall der Haare dann, wenn dauerhaft mehr als 100 Haare pro Tag ausfallen oder sich das Haarbild sichtlich verändert.

Was tun bei Haarausfall?

Haarausfall entsteht aus ganz unterschiedlichen Ursachen. Bei Frauen steckt oft eine Hormonumstellung aufgrund einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren dahinter. Nachdem sich die Hormone wieder reguliert haben, stoppt häufig auch der Haarausfall. Bei Männern gehört die erbliche Vorbelastung zu den häufigsten Ursachen, die zum Haarverlust führen. Oft sind es auch einfach Stress oder eine Mangelernährung, die den Körper und damit auch die Funktion der Haarwurzeln aus dem Gleichgewicht bringen. Jede dieser Ursachen erfordert andere Behandlungsformen. Dennoch gibt es einige allgemeine Regeln, die Sie bei Haarausfall befolgen können.

Allgemeine Tipps gegen den Haarausfall

Tipp 1: Spannungen und Stress im Alltag abbauen

Stress gehört bei Männern und Frauen zu den Hauptursachen bei Haarausfall. Welche konkreten Vorgänge im Körper für den Haarausfall bei Stress verantwortlich sind, ist noch nicht genau geklärt. Vermutlich sorgt dauerhafter Stress dafür, dass sich bestimmte Botenstoffe im Körper und damit auch in den Haarwurzeln konzentrieren. Diese setzen Entzündungen in Gang, die ich negativ auf den Haarfollikel auswirken. Dadurch stoppt die Wachstumsphase der Haare frühzeitig. Das Haar fällt 2 bis 3 Monate später aus. Wenn der Haarausfall stressbedingt ist, dann hilft es nur, Stress zu vermeiden. Es hilft schon, regelmäßige Pausen in den Alltag einzubauen oder Entspannungsübungen zu machen. Auch Yoga und Akkupunktur haben eine entspannende Wirkung auf den Körper. Einige Entspannungstherapien wie Thai Chi oder Meditationsanleitungen werden sogar von einigen Krankenkassen übernommen.

Tipps gegen Haarausfall | Nährstoffmangel als Ursache für Haarverlust | Salat in einer Schale neben Gewürzschalen
Eine ausgewogene Ernährung ist für gesundes Haar unerlässlich. © unsplash

Tipp 2: Die richtige Ernährung

Die Haarwurzel kann nur dann richtig funktionieren, wenn sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Zu viel Fett und Zucker, Fast Food oder Essstörungen wie Bulimie und Magersucht führen dazu, dass ein Ungleichgewicht im Körper entsteht. Das führt häufig zu diffusem Haarausfall. Mit der richtigen, ausgewogenen Ernährung können Sie die Ursache dieses Haarausfalls beseitigen. Aufgrund der Hormonbelastung sollten Sie weniger konventionelles Supermarktfleisch und eher Bio-Fleisch essen. Die Haare wachsen wieder. Eine Ernährungsumstellung ist nicht in jedem Fall immer erfolgversprechend, aber sie wirkt sich ganz sicher generell positiv auf Ihre Gesundheit aus.

Tipp 3: Haarshampoos gegen Haarausfall

Die Werbung stellt immer neue Shampoos und Tinkturen gegen Haarausfall vor. Sie enthalten Koffein oder andere Vitamine und Nährstoffe. Die Stiftung Warentest hat 19 dieser Tinkturen untersucht und sie auf einer Skala von 1 bis 4 bewertet. Kein einziges dieser Mittel konnte im Test überzeugen. Alle getesteten Produkte bekamen das Prädikat „ungeeignet“. Das Geld für Shampoos können Sie sich also in aller Regel sparen.

Tipp 4: Medikamente gegen Haarausfall

Die geläufigen Medikamente gegen Haarausfall enthalten einen der drei Wirkstoffe Minoxidil, Finasterid oder Thiocyn. Die Wissenschaft forscht intensiv zu diesem Thema. Prüft man die Erfahrungsberichte von Anwendern, dann stellt man fest, dass es durchwachsene Meinungen über die Wirksamkeit der Arzneimittel gibt. Es gibt sie in Tablettenform, als Schaum oder als Tinktur zum Einreiben auf dem Kopf. Gemeinsam ist allen Medikamenten, dass eine einmalige Einnahme nicht ausreicht. Für einige Wirkstoffe gibt es noch keine zuverlässigen Langzeitstudien, weswegen langfristige Schäden nicht komplett ausgeschlossen werden können. Außerdem müssen die Mittel meist dauerhaft eingenommen werden und schlagen monatlich mit hohen Kosten zu Buche.

Tipp 5: Bockshornklee als indisches Gewürz

Bockshornklee gilt in vielen Kulturen als Wundermittel gegen Haarausfall. Es soll gegen Haarausfall, gegen frühzeitiges Ergrauen und gegen Schuppen auf der Kopfhaut helfen. Erste Studien belegen bereits die Wirksamkeit dieses Gewürzes. In den Tests zeigte sich, dass die Haare der Probanden durch die Einnahme von Bockshornklee dicker wurden und sich auch die Haarfülle signifikant verbesserte. Sogar sehr schwache Haare konnten wieder gestärkt werden. Als Nebeneffekt des Bockshornklees konnte beobachtet werden, dass auch die Haut und die Nägeln ihrer Struktur stärker wurden. Bockshornklee ist als Kombipräparat zusammen mit Vitamin B und Vitamin C erhältlich.

Tipp 6: Verzicht auf Zigaretten

Der Konsum von Alkohol und Zigaretten kann schnell zur Gewohnheit werden. Allerdings hat gerade das Rauchen sichtbar negative Auswirkungen auf den gesamten Körper. Bei starken Rauchern ist oft zu beobachten, dass sich die Gesichtshaut in ein ungesundes Grau verfärbt. Durch die Gifte in der Zigarette verengen sich die Blutgefäße und es kommt zu Durchblutungsstörungen. Davon sind auch die Haarwurzeln betroffen. Die Haarfollikel bekommen nicht genügend Sauerstoff und Mineralien. Wissenschaftler vermuten sogar, dass ich durch das Rauchen die DNA der haarbildenden Zellen verändert. Es können außerdem Entzündungen der Kopfhaut auftreten, die einen Haarverlust zur Folge haben.

Tipp 7: Verzicht auf Alkohol

Übermäßiger Alkoholkonsum kann eine Übersäuerung des Körpers zur Folge haben. Der Organismus versucht, wieder ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen herzustellen. Dazu greift er die körpereigenen Mineraldepots an, die sich auch im Haarboden befinden. Dadurch werden den Haarwurzeln Mineralien entzogen. Im schlimmsten Fall wird das Haarwachstum gestoppt und die Haare fallen aus.

Sport als Stimulanz für gesunde Haarwurzeln
Sport fördert die Durchblutung – davon profitieren u. a. auch die Haarwurzeln. © unsplash

Tipp 8: Regelmäßig Sport treiben

Regelmäßiger Sport wirkt sich insgesamt positiv auf den gesamten Körper aus. Es sorgt für eine gesunde Durchblutung. Wer sportlich ist, leidet seltener an unreiner Haut und friert auch nicht so oft. Außerdem werden Sportler häufig mit gesunden und kräftigen Haaren belohnt.

Tipp 9: Apfelessig gegen geschädigte Haarwurzeln

Aggressive Shampoos greifen häufig die Haarwurzeln an. Auch Umwelteinflüsse können dafür verantwortlich sein. In diesem Fall kann Apfelessig helfen, die Follikel wieder zur kräftigen und dadurch ein gesundes Haarwachstum anzustoßen. Der Apfelessig wird nicht pur verwendet, sondern muss mit Wasser vermischt werden. Dazu nehmen Sie einen Teil Essig und zwei Teile warmes Wasser und spülen damit die Haare aus. Zu alkalische Shampoos werden durch diese Kur neutralisiert. Das Apfelessig-Gemisch muss nach der Anwendung gut ausgespült werden,

Tipp 10: Immuntherapie gegen kreisrunden Haarausfall

Die Ursache des kreisrunden Haarausfalls liegt in einer krankhaften Reaktion des eigenen Immunsystems. Stellt der Arzt eine solche Ursache fest, dann kann die sogenannte „topische Immuntherapie“ helfen. Damit haben Sie eine 60-prozentige Chance, dass der Haarausfall stoppt und die Haare wieder nachwachsen. Durch eine Chemikalie wird eine Immunreaktion im Körper ausgelöst. Das Immunsystem muss sich nun auf diese Abwehr konzentrieren und die Haare geraten gewissermaßen aus dem Fokus. Die Behandlung findet in einer Hautklinik statt und muss einmal in der Woche wiederholt werden. Viele Patienten klagen über Reaktionen der Kopfhaut, die juckt und brennt. Die Therapie kostet ca. 100 Euro im Monat und wird in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

Haarausfall vorbeugen oder lindern: Das sollten Sie vermeiden

  • Haare zu heiß waschen
    Ist das Wasser zu heiß, dann gehen die schützenden Fette in der Kopfhaut verloren. Vermeiden Sie es also, das Wasser zu heiß einzustellen. Lauwarmes Wasser ist wesentlich angenehmer und schont die Kopfhaut.
  • Keine aggressiven Haarprodukte verwenden

Viele Haarprodukte sind sehr aggressiv und können die Haare angreifen. Sie werden brüchig oder fallen aus. Stimmen Sie die Produkte für Ihr Haar immer mit Ihrem Haartyp ab.

  • Haare nicht mit Handtuch oder Fön trocknen

Wenn Sie Ihr Haar nach der Haarwäsche mit einem Handtuch trockenrubbeln, dann trocknet es schneller aus und wird brüchig. Auch heiße Fönluft greift die Haare an. Es ist besser, das Haar immer an der Luft trocknen zu lassen. Wenn Sie fönen, dann stellen Sie den Fön am besten lauwarm ein.

  • Nicht täglich Stylen

Ein tägliches Styling mit scharfen Pflegeprodukten greift die Haare an und trocknet sie aus. Sie sollten daher regelmäßig auch mal eine Styling-Pause einlegen.

  • Keine dauerhafte Sonneneinstrahlung

Sonnenbrand auf der Kopfhaut schädigt auch die Haarwurzeln. Sie können ebenso verbrennen und das Wachstum der Haare stören. Schützen Sie sich im Sommer mit einem Sonnenhut.

Haartransplantation als dauerhafte Lösung bei Haarausfall

Viele der vorgestellten Tipps sind nur kurzfristig hilfreich. Sie können zwar den Haarverlust stoppen, aber nicht dafür sorgen, dass die Haare wieder nachwachsen. An dieser Stelle ist eine Eigenhaarverpflanzung sinnvoll. Dabei werden noch aktive Haarwurzeln in die kahlen Stellen verpflanzt, wachsen dort an und bilden neue Haare aus. Die transplantierten Haarwurzeln sind unempfindlicher gegenüber Einflüssen, die zu Haarverlust führen. Es ist nur ein einmaliger, ambulanter Eingriff nötig, um wieder dauerhaft schönes und volles Haar zu haben.

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