Haartransplantation Spenderbereich – durch sorgfältige Pflege regeneriert sich der Haarkranz schneller

Nach Entnahme der Haarfollikel aus dem Spendebereich steht dieses Areal vorerst nicht mehr direkt im Fokus. Dadurch haben Patienten die Befürchtung, dass nach Abschluss der Eigenhaartransplantation das Nachwachsen ihrer vorhandenen Haare im Haarkranz (Donor) problematisch werden kann.

Deshalb steht die Frage, wie gut das Spender-Areal letztendlich abheilt und nach welcher Zeit dort wieder eine Haarpracht erkennbar ist, im Raum.

Warum dient nur der Donor (Haarkranz) als Spender-Areal?

Bei den meisten Patienten, die für eine Eigenhaarversetzung geeignet sind und diese auch durchführen lassen, wird als Spenderbereich für die benötigten Grafts (Haarfollikel) der halbrunde Haarkranz am Hinterkopf genutzt. Diese Haare sind nachweislich gegenüber dem DHT (Dihydrotestosteron/männliches Sexualhormon), welches als Ursache für starken Haarverlust verantwortlich ist, unempfindlich. Ein weiterer großer Vorteil der Haare im Haarkranz ist, dass diese nach einer Versetzung lebenslang an ihrer neuen Position weiter wachsen.

Daher ist es äußerst wichtig, dass im Spendebereich ausreichend kräftige Haare vorhanden sind, die sich als Transplantate für eine Eigenhaarversetzung eignen.

Donor-Areal muss ausreichend viele Haare aufweisen.
Der Spenderbereich des Patienten muss ausreichend viele Haare aufweisen.

Dem Donor (Haarkranz) ausreichend Aufmerksamkeit schenken

Die exakte Implantation steht natürlich bei einer Haar-OP im Vordergrund, da die Versetzung der Transplantate viel Aufmerksamkeit erfordert. Damit die neuen Haare gut anwachsen sind die Informationen, wenn es um Abheilung und Pflege des Empfangsbereiches geht, sehr umfangreich.

Da im Spende-Areal bei der Extraktion der Grafts ebenfalls offene Wunden entstanden sind, ist es verständlich, wenn sich Patienten bei einer Haartransplantation Spenderbereich mit der anschließenden Pflege und Heilung dieser winzigen Stellen gedanklich beschäftigen. Ob die Haare im Haarkranz wieder gut nachwachsen, ist ebenfalls für die meistens Patienten ein wichtiger Aspekt.

Letzteres ist mit einem eindeutigen Ja zu beantworten. Seriöse Haarkliniken und Institute für Haarverpflanzungen klären ihre Patienten natürlich bereits im ersten Beratungsgespräch umfassend darüber auf, wie sich der Spendebereich nach der Eigenhaarverpflanzung wieder regeneriert und wann der gewohnte Haarwuchs wieder zu erwarten ist.

Begleiterscheinungen am Haarkranz

Bevor Haare generell nach einer Haar-OP wieder wachsen können, müssen einige Schritte vorgenommen werden. Die derzeit häufigste Methode für Haarversetzungen ist die F.U.E.-Technik. Diese moderne und schonende Variante hat sich seit geraumer Zeit bewährt und kann die besten Ergebnisse erzielen. Als Nachweis dienen dafür Vorher/Nachher-Vergleiche.

Allerdings handelt es sich hierbei trotzdem immer noch um eine, wenn auch minimale, Operation, bei der erst einmal offene Wunden entstehen.

Ablauf der Extraktion im Spender-Areal

Bevor eine Haar-OP beginnen kann, wird normalerweise der Kopf sowohl im Spendebereich wie auch Empfangsbereich rasiert. Die einzelnen Haare werden im Spende-Areal mittels sehr filigranem chirurgischen Instrument (Hohlnadel) entnommen. Da mit dem Haar auch dessen Wurzel extrahiert wird, sprechen Experten von einem Graft.

Im Haarkranz entstehen durch die Hohlnadel fast keine Einstichwunden, da das Instrument den Haarschaft als Führung nutzt. Da die Nadel allerdings etwas stärker als der Haarkanal ist, um auch die Haarwurzel mit aufzunehmen, ergeben sich minimale Wunden.

Bereits direkt nach der Entnahme der Grafts können kleine Krusten entstehen, die ungefähr den Durchmesser von einem Stecknadelkopf besitzen und die Wunde verschließen. Die Krusten fallen circa 10 bis 12 Tage nach der Haar-OP eigenständig ab. Bevor sich hier jedoch wieder frische Haare zeigen, kann es einige Tage dauern.

Bei vielen Patienten treten nach der Haartransplantation Spenderbereich Juckreiz und eventuell auch Rötungen und Schwellungen auf. Diese Begleiterscheinungen gehören zur normalen Abheilung und sind nach kurzer Zeit wieder verschwunden.

Schmerzen und Rötungen im Spenderbereich nach einer Haartransplantation sind normal.

Spezielle Pflegemittel unterstützen die Heilung

Wenn Patienten von Beginn an darüber aufgeklärt sind, dass Rötungen, Juckreiz und leichte Schwellungen an den einzelnen Entnahmestellen absolut normal sind, entstehen auch keine Ungewissheiten.

Patienten können die Heilung des Spende-Areals wie auch das Nachwachsen der Haare dadurch unterstützen, dass sie besonders auf gute Körperpflege achten und für beste Hygiene im Spendebereich sorgen. Der Kopf darf normalerweise täglich gewaschen werden, wenn das spezielle Shampoo verwendet wird, das Patienten in der Haarklinik erhalten haben.

Tipps zum Pflegen des Donors nach der Haar-OP

Damit der Spendebereich (Donor) eine intensive Pflege erhält, bekommen Patienten von Ihrem Facharzt eine spezielle Lotion, die 48 Stunden ab Haar-OP auf dem Spende-Areal und dem Empfängerbereich sanft einmassiert wird und für eine gewisse Zeit einwirken muss. Anschließend werden Reste der Lotion mit handwarmem Wasser vorsichtig abgespült.

Durch die Behandlung mit der Lotion wird die Kopfhaut geschmeidig, sodass die kleinen Krusten einfacher abheilen können. Zusätzlich kann ein Feuchtigkeits-Spray mehrmals täglich verwendet werden, damit die Kopfhaut nicht austrocknet.

Eine sehr sanfte Massage bei Haartransplantation Spenderbereich ist für Patienten und Kopfhaut sehr angenehm und kann den Körper dabei unterstützen die Krusten schneller und komplett abzustoßen.

Hinweis: Simples Abkratzen der Krusten ist tabu! Denn die Krusten auf den minimalen Wunden im Spende-Areal dienen durch ihre Eiweißstrukturen als natürliches Pflaster, welches der Körper selbst hergestellt hat. Dadurch können sich unterhalb der Krusten schneller neue Zellen bilden. Die Heilung kann somit unbehelligt einsetzen.

Patienten erhalten in der Haarklinik meistens Pflegemittel, sodass die behandelte Kopfhaut umgehend ausreichend gepflegt werden kann. Die Krusten werden durch die speziellen Mittel elastisch gehalten und können ihre Funktion als Wundschutz problemlos erfüllen.

Nachwachsen der Haare im Spende-Areal bedarf etwas Geduld

Bis der Haarkranz wieder zu seiner ursprünglichen Haarpracht zurückgefunden hat, kann es einige Zeit dauern. Diese ist natürlich individuell vom Patienten und seiner körperlichen Verfassung abhängig. Das Nachwachsen der Haare im Spende-Areal geht zwar schneller als im Empfangsbereich der Transplantate, dennoch sollten Patienten etwas Geduld aufbringen, bevor sie sich mit einem Vorher/Nachher-Vergleich beschäftigen. Der Körper benötigt vorerst seine Kraft für die Heilungsprozesse.

Kopfbedeckung nach einer Haartransplantation
Eine möglichst locker sitzende Kopfbedeckung schützt die Kopfhaut ohne dabei das Haar einzuengen.

Patienten können den Spendebereich zusätzlich schützen, indem beispielsweise keine Caps, Hüte oder Mützen tragen. Zudem sind Solarium-/Sauna-Besuche sowie intensive Sonneneinstrahlung in den ersten Wochen nach der Haar-OP tabu. Sportliche Aktivitäten sind ebenfalls erst nach einer Weile wieder moderat erlaubt.

Mathias

In diesem Ratgeber informiere ich über alle Themen rund um Haartransplantation, Haarausfall & Haarersatz.