Schwellung nach Haartransplantation – ein natürlicher Prozess, der sich individuell beeinflussen lässt

Viele Frauen und Männer können eine Diagnose auf genetisch bedingtem Haarausfall (Alopecia androgenetica) nicht einfach so akzeptieren.

Erblich bedingte Alopecia beginnt normalerweise im Bereich der Schläfen beziehungsweise der Geheimratsecken und weitet sich meistens mittig über den Kopf aus. Deshalb werden viele Mittel und auch Medikamente ausprobiert, die ihre Versprechen meistens nicht halten können.

Oft verbleibt letztendlich hauptsächlich bei Männern nur der Haarkranz am Hinterkopf. Soll diese Situation nicht eintreten, besteht eine effiziente Möglichkeit darin, mithilfe einer Eigenhaartransplantation gegenzusteuern. Es stehen unterschiedliche Methoden und Techniken zur Verfügung, die innovativ und ausgereift sind, sodass kaum Nebenwirkungen auftreten.

Welche Schritte sind für eine Haartransplantation nötig?

Bei den meisten Haarversetzungen wird derzeit die moderne F.U.E.-Technik (Follicular Unit Extraction) eingesetzt. Hierbei werden Haarfollikel als minimale Gruppen aus einem Spendebereich am Hinterkopf, dem Haarkranz, extrahiert und anschließend im vorbereiteten Empfängerbereich implantiert.

Im Rahmen einer Haartransplantation werden folgende Arbeitsschritte ausgeführt:

  • Rasur der Bereiche, die behandelt werden sollen
  • örtliche Betäubung des Spende-Areals
  • Extraktion/Entnahme der ausgewählten Haarfollikel und eine genaue Untersuchung auf Eignung als Transplantat
  • lokale Anästhesie des Empfangsbereiches
  • implantieren der Haare mithilfe einer Hohlnadel (feinstes chirurgisches Instrument)
Haartransplantation
Im Rahmen einer Eigenhaartransplantation werden Haare aus dem Haarkranz entnommen und in die kahlen Stellen des Patienten eingesetzt.

Versetzungen von Eigenhaaren werden von vielen Instituten als Gesamtpaket angeboten. Darin ist, neben der eigentlichen Haar-OP auch die essenzielle Nachbehandlung sowie eine ausführliche Beratung vorab, enthalten. In Letzterer erfahren Patienten zum Beispiel auch wie die Schwellung nach Haartransplantation zu handhaben ist.

Mit Schwellungen nach einer Haartransplantation richtig umgehen

Manche Patienten sind trotz vorheriger Aufklärung fast erschrocken, wenn nach der Haar-OP erstmalig das eigene Spiegelbild betrachtet wird. Die deutliche Schwellung darf allerdings kein Grund zur Sorge sein, denn Schwellungen sind während und nach einer Haartransplantation völlig normal. Die Schwellung wird durch die Betäubungs-Flüssigkeit ausgelöst, die vor Extraktion und Verpflanzung der Follikel unterhalb der Kopfhaut eingespritzt wird.

Damit die Flüssigkeit sich nicht zum Gesichtsbereich verlagert und dort ebenfalls für Schwellungen sorgt, erhalten Patienten oft ein Stirnband. Dieses spezielle elastische Band sollen Patienten nach ihrer Haar-OP circa 3 Tage lang benutzen oder mindestens so lange, bis sich die Schwellung komplett zurückgebildet hat. Zudem sollen Patienten unbedingt die verordneten/empfohlenen Medikamente nach dem Eingriff laut ärztlicher Anweisung einnehmen.

Durch die Einnahme der Entwässerungsmittel wird der Körper bei einer schnellen Rückbildung der Schwellung unterstützt. Wenn Patienten jedoch auch andere Medikamente regelmäßig einnehmen müssen, muss dies im ersten Beratungsgespräch unbedingt erwähnt werden! Nur so lassen sich unangenehme Wechsel-/Nebenwirkungen vermeiden.

Nach einer Eigenhaartransplantation tritt bei den meistens Patienten noch eine andere unangenehme Nebenwirkung auf, der Juckreiz. Auch dieser ist absolut normal und eine Begleiterscheinung der natürlichen Abheilung.

Wichtig ist allerdings, dass Patienten ihre Kopfhaut nicht kratzen, noch nicht einmal mit den Händen berühren. Durch Kratzen wird der gesamte Erfolg der Haar-OP gefährdet. Zusätzlich zur Einnahme der verschriebenen und empfohlenen Medikamente und Mittel können Patienten auch selbst aktiv werden, damit sich die Schwellung nach Haartransplantation in kürzerer Zeit zurückbildet.

Schwellungen nach einer Haar-OP effektiv minimieren

Damit sich die Schwellung nicht weiter ausbreitet, sollten Patienten unbedingt einige Tipps beachten. Während der ersten Tage nach dem Eingriff sollte übermäßiges Vornüberbeugen/Vorbeugen unbedingt unterlassen werden. Patienten sollen ihren Kopf so aufrecht wie möglich halten. Außerdem ist für den Kopfbereich jeglicher Druck wie unter anderem auch Schnäuzen unbedingt zu vermeiden.

Zusätzlich haben sich Cold Packs bei Schwellungen jeglicher Art bewährt. Die Packs ähneln kleinen Kissen und beinhalten eine Flüssigkeit, welche im Tiefkühlfach schnell gefriert. Hinweis: Cold Packs dürfen nie direkt mit Haut in Kontakt kommen! Werden diese Produkte im Tiefkühlschrank deponiert, sollte stets ein softes Baumwolltuch drumherum gewickelt werden, bevor das Cold Pack mit Haut in Kontakt kommt.

Mit Hilfe von Cold Packs kann die Stirn gekühlt und die Schwellung gelindert werden.

Alternativ lassen sich für eine Schwellung nach Haartransplantation Cold Packs auch in einem handelsüblichen Kühlschrank aufbewahren. Da die Produkte hier nicht gefrieren, sind auch keine Schäden auf der Haut zu befürchten.

Ein bewährter Tipp ist zudem, dass Patienten viel Wasser trinken sollen. Auf diese Weise verteilt sich die Flüssigkeit, die für eine Haar-OP unterhalb der Kopfhaut eingespritzt wurde, deutlich besser und wird gleichzeitig leichter ausgeschieden.

Heilungsphase nach einer Eigenhaartransplantation

Um die endgültigen Ergebnisse einer Haar-OP zu begutachten, müssen Patienten doch einige Geduld aufbringen. Einerseits bedarf es einer bestimmten Zeit, bis die Abheilung beendet ist. Andererseits benötigt die Entwicklung der Haarfollikel und das neue Wachstum der Haare nach der Haartransplantation ebenfalls einen bestimmten Zeitraum.

Während der ersten Tage bildet sich im Spenderbereich und im Empfängerbereich minimaler Wundschorf. Diese winzigen Krüstchen fallen nach circa 10 Tagen eigenständig ab und nehmen lockere Haare einfach mit. Patienten müssen sich jedoch keinerlei Sorgen machen, da die Haarwurzeln/Haarfollikel, die als Basis für neue Haare benötigt werden, im Gewebe fest verankert sind.

2 Wochen nach Haartransplantation
Nach 1 Wochen sind die Grafts bereits fest angewachsen.

Ist die Heilung vollständig abgeschlossen, werden die Haarfollikel wieder aktiviert und beginnen innerhalb von 3 bis 4 Monaten mit dem Wachstum. Das Ergebnis können Patienten als erste zarte Härchen bewundern. Der komplette Erfolg der Eigenhaartransplantation mit F.U.E.-Technik ist nach Ablauf von circa 12 bis zu 18 Monaten ersichtlich.

Mathias

In diesem Ratgeber informiere ich über alle Themen rund um Haartransplantation, Haarausfall & Haarersatz.