Die Haartransplantation beziehungsweise Haarverpflanzung ist eine recht junge Disziplin der Haarchirurgie. Grundsätzlich unterscheidet man hierbei vier verschiedene Methoden:

• die Punch- beziehungsweise Stanztechnik,
• die Streifenentnahme zur Transplantation von Mini- beziehungsweise Micrografts (MMG),
• die Streifenentnahme zur Transplantation follikularer Einheiten (FUT) und
• die Follicular Unit Extraction (FUE) als innovativste Art der Haartransplantation.

Vorgehensweise sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden der Haarverpflanzung erläutert der folgende Überblick.

Punch- beziehungsweise Stanztechnik

Die Punch- oder Stanztechnik wurde erstmals vom japanischen Hautarzt Dr. Okuda angewendet. Haarentnahme sowie Haarverpflanzung führte Dr. Okuda mithilfe kleiner Zylinder durch, die Löcher von zwei bis vier Millimetern Durchmesser in die Kopfhaut stanzten. Ziel der Behandlung war es zunächst, Brandopfern eine möglichst weitreichende kosmetische Wiederherstellung ihres Äußeren zu ermöglichen. Später kam dieses Verfahren auch bei Patienten mit erblich bedingtem Haarausfall zum Einsatz. Nachteil der Methode: Die Stanztechnik erlaubt nur eine recht grobe Art der Haartransplantation, da zwischen den implantierten Haarbüscheln häufig größere Abstände bleiben und das Haarbild bei dieser Technik vergleichsweise unnatürlich wirkt.

Streifenentnahme zur Transplantation von Mini- beziehungsweise Micrografts (MMG)

Als Nachfolgemethode der Punchtechnik gilt die Streifenentnahme zur Transplantation von Mini- beziehungsweise Micrografts, bei der dem Patienten mithilfe eines Skalpells ein Hautstreifen vom Hinterkopf entnommen wird. Anschließend wird der Hautstreifen in Kleinsttransplantate (die sogenannten Micrografts) zerteilt, die schließlich im Rahmen der Haartransplantation in das Zielgebiet verpflanzt werden.

Streifenentnahme zur Transplantation follikularer Einheiten (FUT)

Die FUT-Methode stellt die Weiterentwicklung der Streifenentnahme zur Transplantation von Minigrafts dar. Anders als bei der Vorgängermethode werden jedoch keine Micrografts mehr transplantiert, sondern follikulare Einheiten. Auch bei dieser Vorgehensweise ist die Entnahme eines Hautstreifens aus dem Haarkranz erforderlich. Dieser Hautstreifen dient zur Gewinnung der follikularen Einheiten, die aus ein bis fünf Haaren bestehen. In dieser natürlichen Gruppierung werden die follikularen Einheiten unter dem hochauflösenden Mikroskop aus dem Hautstreifen gelöst. Das Verpflanzungsgebiet wird unterdessen mit einer feinen Nadel behandelt, die die Empfangskanäle für die follikularen Einheiten eröffnet. Hierhinein werden die Grafts verpflanzt. Als Nachteil dieser Art der Haarverpflanzung ist das Zurückbleiben einer Narbe am Hinterkopf des Patienten zu nennen.

Follicular Unit Extraction (FUE)

Schonendste und derzeit innovativste Methode der Haarverpflanzung ist die FUE-Methode beziehungsweise Follicular Unit Extraction. Sie unterscheidet sich von der FUT-Methode durch ihre weitaus sanftere Art der Haarentnahme. Bei der FUE-Technik muss kein Hautstreifen mehr aus dem Spendergebiet geschnitten werden. Vielmehr werden die follikularen Einheiten einzeln und gezielt aus dem Haarkranz gewonnen. Die Bildung einer Narbe am Hinterkopf, wie sie bei der FUT-Methode unvermeidbar ist, kann somit umgangen werden.

Mehr über den Ablauf einer Haartransplantation finden Sie hier.