Krusten nach Haartransplantation entfernen

Nach der Haartransplantation bilden sich häufig Krusten auf der Kopfhaut. Diese Krustenbildung ist vollkommen normal und ein Zeichen der Heilung. Viele Patienten empfinden die Krusten aber als unangenehm und unästhetisch und hegen daher den Wunsch, sie schnellstmöglich zu entfernen. Warum Sie nach der Haartransplantation keinesfalls Krusten entfernen sollten, lesen Sie in diesem Beitrag.

Warum bilden sich Krusten auf der Kopfhaut?

Die Haartransplantation ist eine erhebliche Manipulation der Kopfhaut. Mit einer Hohlnadel werden aus dem Empfängerbereich einzelne Grafts entnommen und in den Empfängerbereich eingesetzt.

Krusten nach Haartransplantation

Je nachdem, wie viele Grafts transplantiert werden, können bis zu 4000 kleine Mini-Wunden entstehen, die nach und nach abheilen müssen. Während dieses Heilungsprozesses entstehen Krusten – vergleichbar mit dem Schorf, der sich auf einer blutenden Knieverletzung zum Schließen der Wunde bildet. Die Krusten, die nach der Haartransplantation auf der Kopfhaut entstehen, dienen dem Schutz.

Sie verhindern, dass Keime, Schmutz oder Schweiß in die offene Wunde eindringen, bis diese sich wieder geschlossen hat. Sie sind ein natürlicher Bestandteil des Heilungsprozesses.

Geringere Krustenbildung dank neuer Methoden der FUE Haartransplantation

Während früher noch mittels der FUT-Technik ein kompletter Haarstreifen aus dem Spenderbereich entnommen wurde, können heute einzelne Einheiten mit 2 oder 3 Haarwurzeln einzeln entnommen werden. Das ist schonender, verhindert größere Wunden und beschleunigt den Heilungsprozess.

Die FUE-Methode ist durch eine geringere Krustenbildung gekennzeichnet. Die pünktchenförmigen Verletzungen, die entstehen, heilen schneller ab als die größere Wunde. Generell bilden sich aber bei jeder Form der Haartransplantation immer Krusten auf der Kopfhaut.

Wann beginnt die Krustenbildung nach dem Eingriff?

Die Krusten bilden sich schon wenige Stunden nach der Haartransplantation. Der Körper erkennt die Wunde und möchte sie schnellstmöglich wieder verschließen. Die im Blut enthaltenen Thrombozyten bilden sowohl an der Entnahmestelle als auch im Empfängerbereich kleine Blutplättchen, die die offenen Haarkanäle vor Schmutz und Schweiß schützen. Die Krusten trocknen aus und sitzen zunächst einmal fest auf der Kopfhaut.

Krusten nach der Haartransplantation nicht entfernen

Die Krustenbildung geht häufig mit einem starken Juckreiz einher. Jetzt ist Ihre Disziplin gefragt, diesem Juckreiz nicht nachzugehen und sich nicht zu kratzen. Andernfalls erhöhen Sie erheblich das Risiko einer Infektion und stören empfindlich den Heilungsprozess der Kopfhaut.

Warum dürfen die Krusten auf der Kopfhaut nicht entfernt werden?

Zusammen mit den Krusten könnten Sie die frisch transplantierten Haarfollikel entfernen. Die Kanäle, in die die Haarwurzeln eingesetzt wurden, sind noch geweitet. Die Wurzeln brauchen einige Zeit, bis sie fest in der Kopfhaut angewachsen sind. In dieser Zeit dürfen sie nicht durch äußere Einflüsse manipuliert werden. Dazu gehört es auch, in den ersten Tagen den Kontakt mit Textilien zu vermeiden. Schlafen Sie erhöht auf einem Nackenkissen, vermeiden Sie Kopfbedeckungen und seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie sich einen Pullover überstreifen.

Die Heilung der Krusten nach der Haartransplantation

Die Krusten auf der Kopfhaut heilen nach der Haartransplantation von allein wieder. Sie fallen je nach angewendeter Methode der Eigenhaarverpflanzung nach etwa 10 bis 14 Tagen von selbst aus. Sind die Krusten abgefallen, dann ist der Heilungsprozess der Kopfhaut abgeschlossen. Die Haarwurzeln sind fest in der Kopfhaut verankert, die Wunden geschlossen und Sie brauchen nicht mehr so viel Vorsicht walten zu lassen.

Wichtige Verhaltensregeln zu den Krusten nach der Haartransplantation

1. Vorsichtiges Haarewaschen mit der richtigen Lotion
Etwa 48 Stunden nach der Haartransplantation dürfen Sie zum ersten Mal die Kopfhaut waschen und im Anschluss eine Lotion auftupfen. In dieser Lotion ist Biotin enthalten, das den Heilungsprozess fördert. Sie dürfen beim Haarewaschen auf keinen Fall mit einem Handtuch über den Kopf rubbeln – die Gefahr, dass sich dabei transplantierte Haarfollikel lösen, ist zu groß.

Verwenden Sie eine Lotion beim Haarewaschen nach der Haartransplantation
Verwenden Sie eine Lotion beim Haarewaschen nach der Haartransplantation

2. Kein Föhnen nach der Haartransplantation
Sie wollen nach dem Waschen der Kopfhaut gleich wieder nach draußen und daher mal schnell mit dem Haartrockner nachhelfen? Keine gute Idee. Die heiße Fönluft kann die empfindlichen Follikel schädigen.

3. Körperliche Anstrengung vermeiden
In den ersten beiden Wochen nach der Haartransplantation sollten Sie jede Form der körperlichen Anstrengung vermeiden. Schweiß kann in die noch empfindlichen Haarkanäle eindringen und dort Entzündungen verursachen.

4. Starke Sonneneinstrahlung vermeiden
Wenn Sie Ihre frisch transplantierten Haarfollikel der direkten Sonne aussetzen, können diese einen erheblichen Schaden daran nehmen. Im schlimmsten Fall bekommen Sie einen Sonnenbrand auf der Kopfhaut und der Anwachsprozess der Haarfollikel ist gestört.

5. Vorsicht im Kontakt mit Textilien
In der Nacht bewegen Sie ganz automatisch den Kopf auf dem Kissen. Insbesondere in den Tagen nach der Haartransplantation können sich dadurch die Haarfollikel wieder lösen und ausfallen. Es dauert einige Zeit, bis die transplantierten Wurzeln in der Kopfhaut angewachsen sind. In dieser Zeit sollten Sie erhöht auf einem Nackenkissen schlafen und besonders vorsichtig sein, wenn Sie sich Ihren Pullover überziehen. Auch dabei können Haare samt der Follikel ausreißen.

Fazit: Krusten entfernen nach der Haartransplantation unbedingt vermeiden

Die Krustenbildung auf der Haut gehört zu jedem Heilungsprozess. Die kleinen Blutkrusten schützen die Kopfhaut vor Schmutz, Bakterien und Schweiß und sind gerade nach der Haartransplantation ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses.

Sie bilden sich unmittelbar nach dem Eingriff und dürfen auf keinen Fall entfernt werden, da ansonsten auch die frisch transplantierten Haarwurzeln herausgerissen werden können.

Nach etwa 10 bis 14 Tagen lösen sich die Krusten auf dem Kopf von selbst wieder und zeigen damit, dass der Heilungsprozess abgeschlossen ist. Tragen Sie in dieser Zeit am besten ein Stirnband, das von den unschönen Plättchen auf dem Kopf ablenkt.

Mathias

In diesem Ratgeber informiere ich über alle Themen rund um Haartransplantation, Haarausfall & Haarersatz.